Was hat Politik mit Röhren zu tun ?


Diese Frage mutet sicher zunächst merkwürdig an.

Wir haben in 2000 einen größeren Posten Wehrmachtsröhren, Anfang 1940er Jahre produziert, erstehen können.
Wenn man sich verdeutlicht, für welchen Zweck diese Röhren zu dieser Zeit produziert wurden, wird man sich schnell klar, daß wir hier
mit unserer unrühmlichen Vergangenheit doch recht deutlich konfrontiert werden.
Wir möchten Sie deshalb bei aller Sammelleidenschaft ermutigen, nie zu vergessen welches Leid das Naziregime über die ganze Welt gebracht hat.
Aus diesem Grund sind wir der Stiftungsinitiative der Wirtschaft zur Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter beigetreten.
Wir werden die Röhren so lassen, wie sie sind, d.h. keine Stempel entfernen, es sei denn, Sie wünschen dies oder der Zoll schreibt es uns beim Export vor.

Wenn Sie es wünschen (indem Sie uns entsprechende Beiträge an fjz@die-wuestens.de senden) wird an dieser Stelle eine kleine Diskussionsrunde entstehen.
Wir freuen uns auf ihre Beiträge.

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Date sent:      	Tue, 16 Jan 2001 11:49:11 +0100
From:           	Konrad Kliewe 
Organization:   	Siemens AG
To:             	fjz@die-wuestens.de
Subject:        	Diskussionsbeitrag

Beinahe hätte ich es überlesen, aber dann wollte ich doch wissen, was
Röhren mit Politik zu tun haben. Nun möchte ich meine uneingeschränkte
Zustimmung zu dem was ich dort gelesen habe geben. Vor zwei Tagen wehrten
sich die Einwohner meiner Geburtsstadt Greifswald gegen einen Auftritt
eines Häufchens Verfechter braunen Gedankenguts. Unter den Tau- senden war
auch ich mit meiner Familie und während dieser friedlichen, fröhlichen und
bunten Gegendemonstration überlegte ich, welche Ursachen es denn
eigentlich hat, dass ich, und damit auch meine Familie inclusive Kinder
und Enkelkinder, so völlig unempfänglich gegen "braune" Ideen sind. Das
hat, so denke ich, im entfern- teren Sinne auch wieder mit Röhren zu tun:
In einer völlig untechnischen Familie aufwachsend, aber schrecklich
technisch inter- essiert, besonders an Radios...., kam ich schon
frühzeitig mit einer Gruppe von Leuten in Kontakt, die voller Enthusiasmus
aus Schrott Radios, aus alten Wehr- machtsgeräten Amateurfunksender und
-empfänger bauten. Ich war fasziniert und blieb dabei. Neben der Technik
vermittelten diese Leute aber auch viel Hilfsbereit- schaft, gegenseitige
Achtung und Toleranz - eben den "ham spirit", was heute leider auch wieder
weniger wird. Mit 16 Jahren erkämpfte ich mir meine erste
Amateurfunklizenz. Heute bin ich 53 Jahre jung, d.h. also 37 aktive
Amateurfunkjahre. Das sind zigtausende Funkverbindungen mit vielen Ländern
auf allen Kontinenten, das sind aber ebenso zigtausende Kontakte zu
zigtausend Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, unter- schiedlicher
Rasse, unterschiedlicher Kultur und Glaubens, die dennoch eines vereint:
gemeinsame Interessen, gemeinsame Faszination an der Technik und
gegenseitiges Verstehen trotz aller Unterschiede. Und da soll ich was
besseres sein ?!

Logischerweise bestimmten meine Interessen auch meine Studienrichtung und
meinen Beruf und so bin ich auch seit vielen Jahren in der
Kommunikationstechnik tätig, für die doch eigentlich gleiches gilt:
Kommunikation überwindet Grenzen, wir rücken näher zusammen, wir leben auf
einer Welt! Es waren die Röhren, die die gewaltige Entwicklung der
Kommunikation einleiteten, es waren auch die Röhren, die den
Kommunikationsmissbrauch in der Geschichte ermöglichten. Insofern haben
Politik, Kommunikation und die dafür erforderliche Technik schon
miteinander zu tun. Aber es ist nicht nur Angelegenheit der Politiker,
sondern Angelegenheit jedes einzelnen, zukünftige Missbräuche zu
verhindern!

Ich bin kein Röhrensammler, beschäftige mich aber seit einigen Monaten
wieder mit der Technik meiner Kinder- und Jugendzeit und der Zeiten davor.
Wenn zu meiner "Zeitzeugengalerie" auch Röhren mit vergangenen Symbolen
und Auf-

drucken gehören, so ist das keine Glorifizierung sondern eindeutig ein
Zeitzeugnis mit Mahnung und Erinnerung an ein dunkles Kapitel unserer
Geschichte.

Mit freundlichem Gruss

Konrad Kliewe



From: Erwin.Wiesbauer[replace with "at" *******]t-online.de (Erwin Wiesbauer) To: Subject: AW: Bestellung und so Date sent: Mon, 5 Feb 2001 18:10:39 +0100 Hallo Jan, Zunächst möchte ich jedoch zu Deinen Ausführungen "Was haben Röhren mit Politik zu tun" Stellung nehmen: Ich finde es großartig von Dir, daß Du nicht mit möglichst hohem Gewinn Röhren-Stoff an die Süchtigen verdealst, sondern auch Verantwortung fühlst, wenn es sich dabei um Nazi-Röhren handelt. Ich bin ein großer Fan dieser alten Kunst- werke, nicht nur zum Ansehen, sondern ich will damit auch hören. Ist es nicht eine skurrile Tragik, daß diese wunderbaren Röhren für Propaganda, Krieg und ungeheurliche Vernichtung mißbraucht und verschwendet wurden? Diese Qualität wurde nach dem Krieg nicht mehr erreicht. Darf ich diese Stellungnahme (mit email) in meinem Miniforum veröffentlichen ? Ja, selbstverständlich.

From: Christer.Nykopp[replace with "at" *******]sonera.com Date sent: Thu, 22 Feb 2001 23:06:36 +0200 Subject: Wehrmachtsröhren To: fjz@die-wuestens.de Lieber Jan, Der folgende Beitrag zur Diskussion über Wehrmachtsröhren von einem nicht-Deutschen (naja, meine Grossmutter stammte aus Kassel, aber…) wäre womöglich von Interesse. Ich entschuldige mich schon im Voraus wegen der Länge des Beitrags, und den unausweichlichen Sprachfehlern. Dieses Thema scheint ein heikles zu sein, obwohl ich das für unangebracht halte. Wir alle wissen wohl, dass die Wehrmacht, wie alle anderen deutschen Institutionen auch, damals im Dienste einer diabolischen Regime stand. Ob hierdurch auch ein Makel an den Industrieprodukten von damals anhaftet? Natürlich nicht! Was die Geburtsmale auf diesen Röhren bei uns hervorrufen sollte wäre höchstens überlegungen um Gut und Böse herum. Wir wissen dass die Nazis das "absolute" Böse darstellten. Nämlich eine völlige Menschenverachtung, und ein restloses Verwerfen aller überlieferter Moralvorstellungen. Das sind die Merkmale einer asozialen Gesinnung. Hierdurch sind viele Millionen Menschen grausamen Leiden ausgesetzt worden, und grossenteils elend umgekommen. Wir müssten uns aber auch daran erinnern, dass diese Menschenverachtung damals in Europa weit verbreitet war, man denke etwa an Stalin, Mussolini, Franco u.A. Hierdurch werden die Nazis keineswegs entschuldigt, nur in einem Zusammenhang gebracht mit dem damals von vielen umfassten Gedanken, dass nur im exklusiven Kollektiv das Heil der Menschheit liege, und deswegen das Individuum wertlos sei. Die Exklusivität bezog sich entweder auf die Rasse (bei den Nazis) oder aber auf die soziale Herkunft (bei den Sowjets und anderen faschistischen Bewegungen). Was nötig ist, ist also eine ständige Wachsamkeit gegenüber menschenverachtendes Gedankengut, und angemessener Widerstand wenn wir die Ansätze dafür erspähen. Der Beitrag von Herrn Kliewe beschreibt ein ausgezeichnetes Beispiel solchen angemessenen Widerstandes, und ich muss sagen, dass die Wachsamkeit der heutigen Deutschen doch von höherer Intesität und besserer Qualität als bei den meisten Nachbarn ist. Schuldgefühle sind also nicht angebracht. Aber was sollen wir denn über den Handel mit Wehrmachtsröhren denken? Die meisten Sammler dieser Erzeugnisse tun es wohl aus technisch-historischem Interesse, und fühlen dabei kein Empordrängen rassistischer oder anderer aggressiver Gefühle. Die Naziröhren wurden zwar für verwerfliche Zwecke hergestellt, nachdem aber die Führer und Verwender verschwunden sind, sind diese Röhren nur mehr Zeugen einer veralteten, aber interessanten Technik, die auch seinerzeit sehr fortschrittlich war. Ähnlich wie Herr Kliewe habe auch ich - beim Annahen des Pensionsalters! - ein Interesse an der Technik meiner Jugend wieder verspürt. Die Naziröhren sind mir aber "nur Spielzeug", nicht Nazinostalgie, somit auch moralisch neutral. Ich bin auch im Besitz einiger Röhren mit der Aufschrift "Wehrmacht", diese wurden nach Finnland von den im Nordosten des Landes stationierten Wehrmachtseinheiten gebracht, und nach deren Abzug zurückgelassen. Also: Keine Angst vor toten Stempeln, aber anhaltende Wachsamkeit gegen lebende Rabauken und Totschläger. Mit besten Grüssen Christer Nykopp Helsinki, Finnland christer.nykopp[replace with "at" *******]sonera.com

"FJZ" Den folgenden Beitrag möchte ich nicht ganz unkommentiert lassen. From: afghane4[replace with "at" *******]compuserve.de To: fjz[replace with "at" *******]die-wuestens.de Date sent: Tue, 05 Jun 2001 23:01:50 +0200 Subject: Re: Entschädigung Hallo, Wir haben schon genug Entschädigung nach dem Krieg bezahlt. Was wollen Die also noch? Der Krieg ist vorbei und wir haben genug bezahlt. "FJZ": woran machen Sie das fest ? lassen sich fünfzig Millionen mutwilliger Tote, unermeßliches Leid überhaupt in Zahlen fassen ? Eine Entschädigung ist angesichts der Ausrottung fast eines ganzen Volkes gleich welcher Höhe nur ein Tröpfchen auf den heißen Stein. Die Kirche wird nicht zur Verantwortung gezogen. Seltsam? Die Kirche hat noch mehr Menschen umgebracht (Habgier) im Namen des Kreuzes (Mittelalter, im Glauben, Hexenwahn, schwarze Kontinente fast ausgerottet usw.) und auch in der heutigen Zeit werden von dieser Vereinigung noch Massenmord begangen und keiner regt sich auf !!! Die Kirche ist und bleibt der größte Massenmörder !!! Die Kirche müßte mal zur Verantwortung und Zahlung (Sklaverei usw.) herangezogen werden. Da war der Hitler, im Verhältnis ausgedrückt, Harmlos im Gegensatz zur Kirche. "FJZ": Was meinen Sie damit ? Die Institution "Röm-kath-Kirche" oder die Gemeinschaft der Gläubigen, die Gemeinde der Christen als biblische Bedeutung des Wortes "Kirche" ? Erstere steht auf diesem Forum nicht zur Debatte, letztere kann ja nicht gemeint sein. übrigens: Greueltaten des Einen rechtfertigen oder mildern nicht die Eines anderen... Was war mit Hiroshima, Nagasaki, Vietnam, Jugoslawien, Rußland (sinnloses Morden), Iran/Irak. Komischerweise gibt es da keinen Aufschrei und das die Verbrecher dafür zahlen müßten !!! "FJZ"Alles interessante Debatten, viel Handlungsbedarf, aber nicht hier. Freuen wir uns lieber, daß wenigstens gegen ein Unrecht etwas getan wird. Und was passiert dann mit dem Geld? "FJZ" Es wird direkt an einzelne Opfer ausgezahlt. Und ich denke nicht, daß sich eine Achtzigjährige eine Kalashnikov kauft. Es werden Waffen gekauft und sinnlose Kriege geführt.Siehe Jerusalem usw. Nur dafür wollen Die Geld. Nach den Zahlungen (2.Krieg) haben die unten mit dem Krieg weitergamacht. "FJZ" "wir schmeißen die Juden ins Meer so bald die Engländer weg sind ", Zitat der Arabischen Nachbarn, 1948/49 Scheinbar sind die Politiker vom geistigen Onanieren schon so blöd geworden (Zitat: Söllner), daß Sie das nicht mehr checken. Der Deutsche wird auch noch von Politikern verblödet. Der AMI ist nicht so blöd. Daß war jetzt meine Meinung, "FJZ" Daß Denken weh tut ist eine schmerzliche Erfahrung der sich viele zu entziehen suchen..... (Zitat Wüsten) und wenn ich die nicht mehr sagen darf, dann sind wir schon wieder beim "Großen Bruder". "FJZ" : Ihre Meinung dürfen Sie sicher sagen, dafür haben wir dieses forum ja eingerichtet. Darf ich sie auch aufs Forum stellen ? Natürlich darf diese Meinung eingestellt werden. Richtige EMail: estobi[replace with "at" *******]freenet.de
From: Jan Wuesten fjz[replace with "at" *******]die-wuestens.de To: "Nykopp Christer" christer.nykopp[replace with "at" *******]sonera.com Subject: Re: Diskussionbeitrag 5.6.2001 Zufällig habe ich wieder einmal in die "Diskussionsrunde" hereingeschaut, und finde diese sehr interessante Diskussion zwischen "FJZ" und "estobi". Interessant daran ist, dass sowohl FJZ wie estobi denkwürdige Sätze geschrieben haben. Es ist natürlich richtig, dass die Verbrechen der Nazis nicht gegen Verbrechen Anderer aufgerechnet werden können. Jedes Verbrechen gegen die Menschlichkeit (leider scheint es, dass auch heute noch viele Menschen und deren Gemeinschaften solche mit Verve begehen) ist einsam zu bewerten und ggf. zu bestrafen. Trotzdem kann man sich fragen, warum denn die von estobi aufgelisteten Taten nicht geahndet, ja oft gepriesen werden. Das liegt natürlich an der Politik. Hätten die Nazis gewonnen wären Ihre Greuel jetzt Staatsmännische Grosstaten, so wie heute noch der Völkermord and den amerikanischen Indianern gerühmt wird. Auch die Wiederherstellung des Staates Israel nach 2000 Jahren war eine Politische Tat des britischen Empire. Hier wurden dann die Rechte der heutigen Ureinwohner schwer verletzt. Wir stehen also vor dem Uralten Problem, dass die Welt nich so ist wie sie sollte. Sie wird es auch nie sein, und wir können nur Punktuell Verbesserungen einführen. Es ist aber mit Sicherheit so, dass endlose Rückbesinnung auf die Geschichte, und daraus abgeleitete Schuldzuweisungen und Ansprüche keine gute Grundlage für die Zukunft bildet. Und für alle, die nicht rücklings durchs Leben wandeln, ist es doch die Zukunft die ins Auge fällt. Aber was hat denn all Dieses zu bedeuten für die ursprüngliche Frage, ob Handel mit Waren die unter den Nazis hergestellt wurden moralisch zu verantworten ist? Nur wenn man davon ausgeht, dass diese, als Nazigut zu erkennende Ware, von Menschen erworben werden, die offen oder heimlich die Nazis bewundern, und deswegen einen verbotenen Genuss aus dem Besitz ziehen, oder die Gegenstände für die Propagierung der Nazilehre verwenden, können moralische Zweifel entstehen. Diese Zweifel sind aber meinetwegen nur schwach, wenn überhaupt, begründet. Wie sich ein Jeder sich an seinen Besitz weidet sei Privatsache, und die Benützung von Telefunken-Röhren mit der aufschrift "Wehrmacht" als Propagandamaterial hat doch sehr wenig Aussicht auf Politischen Erfolg. Mit besten Wünschen für das Jahr 2002 Christer Nykopp chnykopp[replace with "at" *******]ieee.org
------- Forwarded message follows ------- From: "Hans Kamann" hkamann[replace with "at" *******]origin-data.de To: fjz[replace with "at" *******]die-wuestens.de Subject: AW: Naziröhren Date sent: Wed, 2 Jul 2003 15:20:09 +0200 Organization: Origin Data Realisation GmbH Ich finde es sehr vorbildlich, wenn ein deutsches Unternehmen sich öffentlich mit unserer Geschichte auseinandersetzt. Das Problem bei der Geschichtsbewältigung wurde in den übrigen Beiträgen schon angedeutet, letztendlich kann Geschichte nur zum Lernen anregen. Wer sich mit der Geschichte von uns Deutschen auseinandersetzt wird sehr oft eine Reduzierung auf die "Nazizeit" zu bewältigen haben. Wer es da schafft, standhaft zu bleiben wird auch erkennen, dass es eine Zait davor und danach gegeben hat und gibt. Zweifelsohne ist die Zeit der Naziherrschaft die Zeit, wo mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln auf brutalste Weise und mit menschenverachtendsten Methoden Menschen vernichtet wurden. Es klingt hier sicherlich unglücklich formuliert, aber diese Vernichtung geschah auf höchstem, technischen Niveau. Das ist nicht zu vergleichen mit dem, was andere Völker oder Institutionen ( der Autor hat ganz richtig darauf hingewiesen dass `Die Kirche' nur als Institution hier gemeint sein kann ) in der Vergangenheit gemacht haben. Selbst wenn man einen Vergleich anstellen könnte gibt es uns Deutschen dennoch keine Berechtigung, uns mit Vergleichen aus der Verantwortung ziehen zu können. Wir sind zwar nicht für die Geschichte verantwortlich aber für die Jetztzeit. Und in dieser Jetztzeit werden wir Deutschen, und darauf sollen wir auch ruhig ein bischen stolz sein, für unsere in Teilbereichen durchaus gelungene Geschichtsbewältigung geachtet. Zu einer Vergangenheitsbewältigung gehört auch das Aufeinanderzugehen auf noch lebende Opfer. Seien wir hier ein Beispiel für andere, die das (noch ?) nicht geschafft haben. Die Stempelungen der Röhren, ob da nun Wehrmacht oder sonstige Embleme drauf sind, ist eine Tatsache. Tatsachen kann man nicht durch Wegradieren ungeschehen machen. Die Bewunderung des Sammlers für eine Wehrmachtsröhre ist wohl eher in der Röhrentechnik denn in den Emblemen zu suchen. Wer die Röhren wegen der Embleme sammelt, dem ist eh nicht zu helfen. Aber zu einer Demokratie gehören auch bedeutungslose Minderheiten. Viel Erfolg weiterhin Hans Kamann
From: "Mahrholz GmbH/ Uwe Mahrholz" uwe.mahrholz[replace with "at" *******]mahrholz.de To: fjz@die-wuestens.de Subject: Wehrmachtsröhren Date sent: Tue, 16 Mar 2004 09:16:10 +0100 Guten Tag, mit Interesse habe ich die Diskussion um den Posten Wehrmachtsröhren gelesen. Wie immer und überall, gibt es Mitbürger, welche anderer Meinung sind. Es ist ein Glück, wenn dabei Vernunft und Toleranz vorhanden sind. Leider ist das nicht so oft zu finden. Auch ich, Jahrgang 1949, habe die Nazis nicht erlebt, habe auch nicht das Tun der Sowjetsoldaten kennen gelernt. Aus Bruchstücken der Kindheit und aus Erzählungen/ Büchern habe ich von dieser Zeit Kenntnis bekommen. Ungeachtet aus welchem Grund auch immer anders denkende verfolgt werden, es ist immer schlecht. Ob die Inquisition kath. Kirche oder die Verfolger der Hugenotten, die Nazis oder jetzt die Israelis in Palästina, es bleibt verabscheuungswürdig. Leider gibt es genügend Historiker, welche positive Seiten den Massenmorden abgewinnen wollen und dafür Verlage für deren Machwerke finden. Es ist mir unverständlich, wenn man die Judenvernichtung anzweifelt, wenn man in den Gaskammern scheinbar gar kein Zyklon B gefunden haben will etc. Man kann alles und nichts nachweisen, es gibt für jeden Zweck willfährige Gutachter. Ich besitze einige Röhren russischer und deutscher Kriegproduktion, es sind für mich Zeitzeugen, nichts mehr. Man kann nicht zerstören, nur weil die Technik zur Vernichtung von Menschenleben eingesetzt wurde, das wäre frühe Bilderstürmerei. Das schlimme ist nur, das zum Beispiel bei ebay Dinge der Nazizeit oft genug hoch gehandelt werden, Käufer sind nicht die alten Kämpfer sondern jugendliche. Wenn man dann in den Medien Berichte sieht, welche Schmerzen ein GI hat, weil er beim "sauberen Angriff" vom Fahrzeug gestürzt war; und man gleichzeitig eventuell überlegt wie viele Menschen mit einer Rakete gerade "sauber" eliminiert wurden, dann geht einem die Galle hoch. Nicht die Technik ist es, sondern der Mensch, welcher Tod und Verderben bringt; geradezu plant. Hier liegt die Verantwortung, das hat Alfred Nobel selbst erfahren müssen. Sie können nicht ausschließen, das ein paar "Fans" sich Ihre Röhren kaufen und einen Kult um die Beschriftung machen. Wir können nur hoffen, daß die Zahl der toleranten Menschen weiter wächst. Uwe


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